Mörderisch gute Unterhaltung im Kulturhaus Oberwesel

Franziskus Weinert zusammen mit Krimiautor Christof A. Niedermeier (Mitte) und der Oberweseler Weinhex‘ Catharina I.

Christof A. Niedermeier liest aus seinem neuen Krimi „Der Tote im Weinberg“

Wieder einmal Spannung pur im Kulturhaus in Oberwesel: Rund 50 begeisterte Krimifans kamen zur Vorstellung des neuen Kriminalromans von Christof A. Niedermeier. Organisiert wurde die Lesung von Schreib- und Spielwaren Hermann.

Nachdem Niedermeier in seinem letzten Krimi „Tödliches Sushi“ seinen Ermittler Jo Weidinger zur Lösung des Falles bis nach Japan schickte, geht Jo in „Der Tote im Weinberg“ wieder ausschließlich im Mittelrheintal auf Mörderjagd. Diesmal erschüttert ein besonders grausamer Fall das beschauliche Rheintal: Als Jo zusammen mit seiner jungen Sommelière Kati Müller im Weinberg von Winzerlegende Ernst Hoffmann eintrifft, findet er den alten Mann brutal ermordet vor. Der Täter hat ihn gekreuzigt und öffentlich zur Schau gestellt. Der Polizei gelingt es trotz fieberhafter Ermittlungen nicht, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Obwohl Jo in seinem Restaurant alle Hände voll zu tun hat, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell stellt sich heraus, dass Ernst Hoffmann ein skrupelloser Despot war, der sein Weingut mit harter Hand führte und seine Familie tyrannisierte. Hat das rätselhafte Verschwinden seiner Frau vor vielen Jahren etwas mit seiner Ermordung zu tun? Als ein weiteres Opfer gekreuzigt aufgefunden wird, erscheint der Fall immer mysteriöser. Wer ist der unheimliche Killer und wird er erneut zuschlagen? Bei seinen Recherchen stößt Jo auf ein jahrzehntealtes Verbrechen und ihm wird klar, dass der Täter auf einem grausamen Rachefeldzug ist …

Niedermeier versteht es gekonnt, seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Die Lesepassagen waren gut gewählt und vermittelten den Krimiliebhabern einen packenden Einblick in die Handlung des neuen Buchs. Das Besondere dabei ist, dass „Der Tote im Weinberg“ auf zwei Zeitebenen spielt. Ein uralter Mord, der Ende des zweiten Weltkriegs geschah, hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Um die Ermittlungen der Polizei im Jahr 1944 authentisch zu beschreiben, hat Niedermeier umfangreich recherchiert, unter anderem besuchte er die Landesarchive in Koblenz und Speyer, um alte Mordakten aus den Jahren 1944 und 1945 einzusehen. „Eine echte Mordakte in den Händen zu halten ist selbst für mich als Krimiautor ein ungewohntes Gefühl“, erklärte Niedermeier gegenüber der Rhein-Zeitung.

„Es geht einem immer noch sehr nah, auch wenn die Fälle schon mehr als 70 Jahre zurückliegen.“ Besonders spannend wird es für die Zuhörer, als Niedermeier aus einer Mordakte aus dem Jahr 1945 zitiert, die er als Kopie mitgebracht hat. Der Fall weist erstaunliche Parallelen zu seinem erfundenen Fall auf – dabei hatte der Autor die Idee ganz unabhängig davon. „Was mich am meisten beeindruckt ist, wie engagiert die Polizisten ermittelten, obwohl sie es durch den Krieg mit deutlich erschwerten Bedingungen zu tun hatten“, sagte Niedermeier.

Der Autor lebt und arbeitet unter der Woche zwar in Frankfurt, verbringt aber viele Wochenenden in der Stadt der Türme und des Weins. Daher stellt er traditionell seine Krimis dort vor. „Ich freue mich jedes Jahr besonders auf meine Premierenlesung in Oberwesel. Das Kulturhaus bietet dafür die perfekte Lokation“, so Niedermeier.

Franziskus Weinert, der Inhaber von Schreib- und Spielwaren Hermann in Oberwesel, präsentierte bereits die ersten drei Rheintal-Krimis von Niedermeier. Auch der neue Fall für den Ermittler Jo Weidinger kommt gut an. „Wir haben in den ersten Wochen seit dem Buchstart schon viele Bücher verkauft“, freut Weinert sich. „Wir sind stolz, dass Christof A. Niedermeier auch diesmal wieder für die Premierenlesung aus seinem neuen Buch zu uns gekommen ist.“ Zudem konnte Weinert die Oberweseler Weinhex‘ Catharina I. begrüßen, die ebenfalls einige Worte zum Publikum sprach.

Bei so viel positiver Resonanz auf sein jüngstes Werk wird Niedermeier seinem Ermittler Jo Weidinger und dem Mittelrheintal treu bleiben: der nächste Fall ist bereits in Arbeit. Worum es dann gehen wird, möchte der Autor gegenüber der Rhein-Zeitung noch nicht verraten. Immerhin so viel lässt er sich am Ende doch entlocken: „Vielleicht werde ich den Leserinnen und Lesern einen Blick in Jos Vergangenheit geben und sie erfahren endlich, wie Jo überhaupt dazu gekommen ist, in Mordfällen auf eigene Faust zu ermitteln.“ Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Der neue Kriminalroman wird voraussichtlich in einem Jahr erscheinen.

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