Buch-Neuerscheinung: „Hanns Maria Lux und die Nazis. Eine Erkundung“ von Walter Karbach

Oberweseler Ehrenbürger Hanns Maria Lux: Biografie erschienen

Vor fünfzig Jahren, am 11. September 1967, ist der im Jahre 1900 in Trier geborene Dichter Hanns Maria Lux in Koblenz gestorben. Als Ehrenbürger von Oberwesel wurde er in einem Ehrengrab auf dem Friedhof von St. Martin beigesetzt.

Der Mittelschullehrer Lux ist als Dichter des Saarlieds „Deutsch ist die Saar“ in den 1930er Jahren bekannt geworden. Der „Führer“ Adolf Hitler dankte ihm persönlich. Lux erhielt in der Zeit des Nationalsozialismus zwei Literaturpreise. Nach dem Krieg erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Lux hat zwischen 1937 und 1965 zahlreiche Jugendbücher veröffentlicht. Mehrfach hat er eigene Beiträge für das „Koblenzer Nationalblatt“ der NSDAP geliefert. Sein Roman „Tanzmädchen Tanja“ ist 1938 hier in 35 Folgen erschienen. Im Zentralverlag der NSDAP erschien im gleichen Jahr sein Buch „Der schwere Gang“ über die Mutter des Nazi-Märtyrers Leo Schlageter. Seit 1933 war Lux Mitglied des NS-Lehrerbundes, seit 1937 Mitglied der NSDAP.

Lux war von 1931 bis 1963 als Lehrer in Koblenz tätig. Er stammt aus einer angesehenen Trierer Familie. Sein Vater Sebastian Lux war zunächst Buchhalter und später Prokurist der Paulinus-Druckerei des Trierer „Preßkaplans“ Georg Friedrich Dasbach.

In Koblenz traf Lux seinen Kameraden aus dem Lehrerseminar Merzig wieder, Gustav Simon, jetzt mächtiger Gauleiter der NSDAP. Dieser machte ihn 1941 zum Landesleiter der Reichsschrifttumskammer des neuen Gaues Moselland.

Seit 1933 war Lux mit Magdalene Schnaas aus Oberwesel verheiratet. Mit Dr. Dr. Walther Ottendorff-Simrock, Oberweseler Bürgermeister von 1933 bis 1939, war er lebenslang befreundet. Gemeinsam organisierten sie Schiffer- und Weinfeste. Lux dichtete das Oberweseler Heimatlied und das Weinmarktlied. 1943 organisierte er als Landesleiter eine NSDAP-Kundgebung zur 100-Jahrfeier des Deutschlandliedes.

Nach dem Krieg gelang es Lux, dank seiner guten Beziehungen zu Ministerpräsident Peter Altmeier sowohl Bundespräsident Heuss als auch Bundeskanzler Adenauer das rheinische Brauchtum zu erläutern, wie er es selbst während der NS-Zeit für die Festigung der „Volksgemeinschaft“ geschaffen hatte.

Fünfzig Jahre nach dem Tod von Hanns Maria Lux hat nun der in Trier lebende Germanist und Politikwissenschaftler Dr. Walter Karbach die erste Biografie über Lux vorgelegt. Dazu hat er in zahlreichen Archiven recherchiert, Luxens Veröffentlichungen untersucht und auch seinen Nachlass ausgewertet.

„Hanns Maria Lux und die Nazis. Eine Erkundung.“ von Walter Karbach
282 Seiten mit 9 Abbildungen, Preis 18,00 Euro

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